
1. Weltkrieg
Am 28. Juni 1914 besucht Erzherzog Franz Ferdinand mit der Erzherzogin Sophie Sarajewo um die Verbindungen zur seit 1908 zu Österreich gehörenden Provinz Bosnien Herzegowina zu stärken. Bosnien Herzegowina war 1908 annektiert worden, es gibt dementsprechend hohe Spannungen in der Bevölkerung. Als die Wagenkolonne auf der von Menschen gesäumten Straße des Appekais entlangfährt, wirft der Student Nedjelko Cabrinovic eine Bombe, die jedoch verzögert explodiert und so den ersten Geleitwagen trifft. Der Erzherzog und die Erzherzogin bleiben nahezu unverletzt. Der Student wird von der Polzei aufgegriffen. Dennoch besteht der Erzherzog auf eine Weiterfahrt, er will das Rathaus sehen, und danach die Verwundeten des Bombenattentates besuchen. Während eines Haltes bleibt die Kollone zufällig vor Gavilo Princip einem weiteren Attentäter aus einer Gruppe von mindestens sieben Männern, wie sich später herausstellte. Er nutzt seine Chance, und erschießt den Erzherzog und die Erzherzogin. Zuerst dachte der Erzherzog dass seine Frau nur ohnmächtig geworden war, als er jedoch erkannte, dass auch sie getroffen wurde sagte er "Sophie bitte stirb nicht, du musst für unsere Kinder sorgen". Dies waren seine letzten Worte.
Drahtzieher des Attentates war Dragutin Dimitrijevic, Deckname „Apis“, serbischer Nationalist und Chef des Serbischen Geheimdienstes, er gehörte zur Geheimorganisation „Schwarze Hand“. Ziel dieser Vereinigung war es ein Großserbisches Reich zu schaffen. Gavilo Princip starb 1918 im Gefängnis an Knochentuberkulose, er war zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.
Damals gibt es schon vielfältige Spannungen in der Habsburgermonarchie, und der Anlass des Attentates wir genommen um Serbien den Krieg zu erklären.
Der Kaiser beauftrag den Minister Grafen Stürgkh wie folgt:
Lieber Graf Stürgkh!
Ich habe Mich bestimmt gefunden, den Minister Meines Hauses und des Äußern zu beauftragen, der königlich serbischen Regierung den Eintritt des Kriegszustandes zwischen der Monarchie und Serbien zu notifizieren.
In dieser schicksalsschweren Stunde ist es Mir Bedürfnis, Mich an Meine geliebten Völker zu wenden. Ich beauftrage Sie daher, das anverwahrte Manifest zur allgemeinen Verlautbarung zu bringen.
Bad Ischl, am 28 Juli 1914.
Franz Joseph m.p.
Daraufhin wird untenstehender Erlaß veröffentlicht.
An Meine Völker!
Die Umtriebe eines haßerfüllten Gegners zwingen Mich, zur Wahrung der Ehre Meiner Monarchie, zum Schutze ihres Ansehens und ihrer Machtstellung, zur Sicherung ihres Besitzstandes nach langen Jahren des Friedens zum Schwerte zu greifen - usw.
Die politische Situation in Europa ist damals gespannt viele Länder haben Kriegsinteressen. So Rußlands am Balkan um seinen Einfluß ins Mittelmeer zu stärken, Frankreich ist interessiert an Elsaß-Lothringen. Die Italiener wollen Triest, Südtriol, Istrien und Dalmatien und Slowenien übernehmen. Deutschland betätigt sich außenpolitisch in der Beschaffung von Kolonien, und will deswegen seine Stellung als Seemacht verbessern.
Mit 23.07.1914 stellt Österreich-Ungarn ein Ultimatum, das unter anderem die Aufklärung der Hintergründe des Attentats fordert. Die Antwort fiel unbefriedigend aus, am 28.07.1914. erfolgt die Kriegserklärung. Die Mobilmachung in Österreich war bereits am 25.7.1914 begonnen worden. Die Generalmobilmachung der k.u.k. Monarchie und Rußland erfolgte am 31.07.1914. Anfang August am 01.08 erklärte Deutschland Rußland den Krieg, und zwei Tage später am 03.08 erfolgte die Kriegserklärung an Frankreich – in dessen Richtung mit dem Einmarsch nach Belgien auch der erste Vorstoß erfolgte. Am 04.08 erklärte England den Deutschen den Krieg. Tags darauf erfolgte die Kriegserklärung Montenegros an Österreich, wieder einen Tag drauf am 06.08 erfolgt die Kriegserklärung Österreichs an Rußland. Weitere Kriegserklärungen folgten, so traten auch Frankreich und die Türkei in den Krieg ein, und auch den Japanern wurde von Österreich-Ungarn der Krieg erklärt. Das Nachbarland Italien blieb zunächst neutral, um dann am 23.05.1915 auf der Seite der Alliierten ebenfalls gegen Österreich in den Krieg einzutreten. Die USA erklärte am 6. April 1917 ebenfalls Deutschland den Krieg. Auch Griechenland verbündet sich in diesem Jahr mit den Alliierten.
Der österreichische Vormarsch gegen Russland geriet ins Stocken und wurde von einem überhasteten Rückzuge abgelöst, so dass gegen Ausgang des Jahres 1914 selbst die engere österreichische Heimat in Gefahr schwebte, von russischen Soldaten betreten zu werden. Auch die Offensive gegen Serbien endete mit einem Misserfolg.
Beide Vorstöße der Österreicher erfolgten unter großen Verlusten (ca. 500.000), nicht nur an Menschen, sondern auch besonders an der ausgedehnten russischen Front verlor man ungezählte Mengen des technischen Kriegmaterials und auch Verpflegungsartikel für die Soldaten. Doch in der gefährlichsten Periode des Krieges, im Winter 1914/1915, hielten die dezimierten Truppenteile der Österreicher in Westgalizien und in den Karpathen den Massenstürmen der Feinde tapfer stand. Nennenswerte Kämpfe fanden bei Limanowa, Lembergs, Komarow, Krasnik und Przemysl statt.
Sie ermöglichten dadurch der k.u.k. Heeresleitung die Neuorganisation der Armee, die Ausbildung der frisch ausgehobenen Truppen, die technische Vervollkommnung der Ausrüstung, die Einrichtung der Verpflegung des Heeres und der Zivilbevölkerung. Gegen Ende des Jahres 1914 standen bereits 2,3 Millionen Soldaten der k.u.k. Monarchie unter Waffen, fast 6 mal soviele Soldaten wie in Friedenszeiten. Der Chef des Generalstabs war Conrad von Hötzendorf (1914-01.03.1917) als Ihn dann Arz von Straußenburg ablöste. Der oberste Feldherr der Österreicher war Erzherzog Friedrich (1914-01.12.1916) Nach dem Tode Kaiser Franz Josephs löste Ihn Kaiser Karl I. ab, der dieses Amt bis zu Kriegsende bekleidete.
Deutschland hatte den strategischen Plan („Schlieffenplan“), bei Beginn des Krieges sich an der russischen Front zu verteidigen, in der Annahme, dass die russische Mobilisierung sehr langsam vor sich gehen werde, dagegen Frankreich, in vehementem Anlauf mit überlegenen Kräften über Belgien und Nordfrankreich Richtung West Paris einzunehmen. Das britische Expeditionskorps sollte ebenso wie die französischen Truppen bei West Paris eingekesselt werden. In stürmischem Vordringen gelangten auch die deutschen Armeen tief nach Frankreich nahe an Paris, wurden aber Mitte September an der Marne zum Stehen gebracht und mussten sogar zurückgehen, um günstigere Situationen für den nun unvermeidlichen Stellungskrieg zu schaffen. Es bildeten sich sehr breite Frontflächen die von der Schweiz bis nach Flandern reichten. Ausgedehnte Stellungskriege waren die Folge, die beiderseits zu keinen Raumgewinnen führten. Im Rahmen dieser Stellungskriege wurde es notwendig Stahlhelme zu entwickeln, die die Vorläufer für die Helme des zweiten Weltkrieges waren.
Enorme Materialschlachten fanden z.B. in Cambrai, Verdun an der Somme und in Ypern statt.
Dieser strategische Plan des deutschen, Großen Generalstabes war vermutlich der tiefere Grund, weshalb der Vorstoß der Österreicher gegen Russland von vornherein zur Erfolglosigkeit verurteilt war, hatte doch die deutsche Heeresleitung dabei nicht genügend in Rechnung gestellt, dass die russische Mobilisierung schon bei Kriegsbeginn zu einem hohen Grad der Schlagfertigkeit gediehen war. Nun war es unvermeidlich, den unter den damaligen Verhältnissen gefährlicheren, weil stärkeren Feind im Osten in seine Schranken zu weisen. Hindenburg erzielte in wenigen Wochen an den masurischen Seen einen überwältigenden Erfolg, Mackensen und Hötzendorf nach dem Durchbruch von Gorlice im monatelangen, fast ununterbrochenen Vormarsch über ganz Galizien hinaus bis tief in das russische Gebiet hinein eine langandauernde Schwächung des russischen Kolosses. Unterdessen war Italien in den Krieg eingetreten und Österreich-Ungarn musste sich sowohl dort, als auch auf dem serbischen Kriegsschauplatze auf die Verteidigung (Verluste – ca. 220.000 Soldaten im Jahre 1914) beschränken.
Im Oktober 1915 begann unter der Oberleitung des Feldmarschalls Mackensen der Vormarsch gegen Serbien, der im Verein mit den bulgarischen Truppen in verhältnismäßig kurzer Zeit ganz Serbien und Montenegro mit großen Teilen von Albanien und Mazedonien in den Besitz Österreich-Ungarns brachte. Serbien war von nun an praktisch als Gegner ausgeschaltet, wenn auch ein großer Teil unserer Truppen dort an den ausgedehnten Fronten gebunden war. Die Italiener und Russen, versuchten inzwischen in vergeblichen Vorstößen mehrmals, die serbische Front zu entlasten.
Den Engländern war es unter dem Schutz der gewaltigen Kriegsflotte trotz der Beunruhigung durch die deutschen Unterseebote gelungen, starke Truppenverbände in Frankreich zu landen und ausgedehnte Frontteile zu übernehmen. Die deutsche Offensive gegen Verdun im Februar 1916 endete mit Teilerfolgen, die jedoch zu keiner Wende des Krieges führten. Im Mai 1916 unternahm die österreichische Heeresleitung in Südtirol gegen die italienische Front einen Angriff, dessen vielversprechenden Anfangserfolge aber wegen der russischen Brussilow-Offensive nicht ausgebaut werden konnten, weil bedeutende Truppenmengen zur Unterstützung der weichenden russischen Front abgegeben werden mussten. Anfang August 1916 war die Rückwärtsbewegung der k.u.k Monarchie in Galizien in der Hauptsache beendet.
Rumänien stürzte sich nun auf die vermeintlich in den letzten Zügen liegenden Mittelmächte und fand auch anfänglich auf seinem Vormarsch in Siebenbürgen wenig Widerstand. Bald sollte es erkennen, wie schnell sich das Kriegsgeschick ändern konnte. Abermals unter Führung des Feldmarschalls Mackensen besetzten deutsche, österreichische ungarische und bulgarische Truppen den größten Teil von Rumänien und zogen am 16. Dezember 1916 in Bukarest ein.
Im Westen wechseln häufige Vorstöße der Feinde mit einzelnen Angriffen der Deutschen, ohne dass ein Teil imstande wäre, nennenswerte Vorteile zu erzielen. Im Oktober 1917 beginnt unter Mitwirkung deutscher Truppen an der italienischen Front eine Offensive, die in wenigen Wochen bis weit in die oberitalienische Tiefebene fortschreitet und den Feind hunderttausende Mann und ungezähltes Kriegsgerät kostet.
Die russische Front zeigt schon deutliche Spuren der Zersetzung, die Gefechtstätigkeit war deshalb dort unbedeutend. Am 17. Dezember 1917 wird an der russischen Front zwischen Österreich-Ungarn, Deutschland, Bulgarien und der Türkei einerseits und Russland-Rumänien andererseits ein Waffenstillstand geschlossen, dem nach einer Unterbrechung durch Wiederaufnahme der Feindseligkeiten am 3. März 1918 in Brest-Litowsk der Abschluss des Friedens mit Russland und am 6. Mai jener mit Rumänien folgt.
Der Eintritt Amerikas in die Reihen der Feinde der Mittelmächte hatte nicht bloß eine starke moralische Wirkung, sondern machte sich auch bald durch die Ausfüllung der geschwächten Feindesfront mit unverbrauchten Truppen empfindlich bemerkbar. Ein Vormarsch der deutschen Armeen gegen die Marne wird für diese abermals zum Verhängnis und das Wunder an der Marne tritt wieder ein, wie schon am Anfang des Krieges, im September 1914. Die deutschen Truppen kommen ins Stocken, zum Stehen und müssen nun Schritt für Schritt Terrain aufgeben bis zum unheilvollen Ende des Krieges. An der italienischen Front ist die österreichische Armee im Juni 1918 mit einem Vorstoß nicht glücklicher, nur insofern in einer günstigeren Lage, als die Feinde hier nicht mehr den Angriffsgeist entwickeln wie an der französischen Front. Dennoch wurde diese Front die bedeutendste für den Einsatz der k.k. Monarchie
Ab Kriegseintritt Italiens kam es bis zu 4. November 1918 auf der höchstgelegenen (Stellungs-)Front der Kriegsgeschichte im Bereich Etsch, Ortler, Stilfser Joch bis nach Val die Legro am Gardasee zu Kämpfen. Eine weitere bedeutende Front befand sich östlich von Etsch – dies war die Dolomitenfront im Bereich der Julischen und Karnischen Alpen – diese Front verlagerte sich nach dem Vorstoß der Österreicher während der 12. Isonzoschlacht bis ans Ostufer der Piave. Im Bereich an der Grenze zu Slowenien befand sich die Isonzo Front die über Rombon nach Karfeit bis nach Görz an den Isonzo reichte.
Auf See hatte die österreichische Kriegsmarine die Vormachtstellung in der Adria gegen die britisch-französische Flotte errungen. Bis 1918 konnte die k.u.k. Kriegsmarine eine Landung der Alliierten in Dalmatien verhindern, und die Adria kontrollieren. Es gelang aber nicht die Straße von Otranto zu erobern. Ab dem Jahr 1917 spielte auch der U-Bootkrieg eine Rolle – wobei speziell die Handellsschiffahrt darunter zu leiden hatte.
1918 sucht Bulgarien, dann Ungarn und Österreich durch Sonderfriedensangebote zu retten was zu retten ist, ohne natürlich irgendwelcher Schonung teilhaftig zu werden. Zuletzt, am 11. November 1918 sieht sich auch Deutschland gezwungen, die Waffenstillstandsbedingungen der feindlichen Mächte anzunehmen. Wieso dies kam, dass die Mittelmächte, nachdem sie den volkreichsten Feind, Rußland, besiegt hatten - und im Feld unbesiegt waren - doch noch zusammenbrachen, hatte vielschichtige Ursachen.
Eine der Gründe warum die Mittelmächte kapitulierten war dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Auch bei Rohstoffen die in der Rüstungsindustrie verwendet wurden kam es bald zu Engpässen. Bereits seit 1916 musste die Wirtschaft für Grundnahrungsmittel kontrolliert werden. Ohne Erfolg, denn trotz aller Maßnahmen hatte 1917 die Unterernährung der Bevölkerung gefährliche Ausmaße angenommen, auch Krankheiten waren damit einhergehend sprunghaft gestiegen. Innenpolitsch waren schon lange Spannungen nicht nur zwischen den Nationalitäten vorhanden, die immer wieder augenscheinlich wurden. Als Kaiser Franz Josephs I. am 21.11.1916 – starb – war für viele auch die letzte das Habsburgerreich einende Persönlichkeit erloschen, auch dies förderte die politschen Probleme.
Die letzte großen Offensive der k.u.k. Wehrmacht fand am 15.08.1918 an der Piave statt, die der Deutschen am 21.03.1918 an der Westfront. Beide Offensiven waren nicht erfolgreich. Innenpolitisch zermürbt, die Versorgung im Land selbst nicht mehr sicherstellen können bietet Kaiser Karl am 14.09.1918 den Alliierten den Frieden an.
Im Zuge der Friedensverhandlungen wurde der Keim zum zweiten Weltkrieg gesäht. Der US-Präsidenten W. Wilson wollte mit seinem "14 Punkte - Programm" dem Nationalwunsch der Monarchiestaaten entsprechen, und arbeitete auf eine Auftrennung des Landes entsprechend der Einwohnernationalität hin.
Grenzberichtigungen gegenüber Italien nach nationalem Besitzstand, die autonome Entwicklung der Völker Österreich-Ungarns und die Räumung der besetzten Balkanstaaten waren darin vorgesehen. In der Umsetzung wurden die mehrheitlich deutsch sprechenden Gebiete in Schlesien, Südtirol, Teile der Steiermark, Rumänien, usw. jedoch nicht wie geplant berücksichtigt, und einfach anderen Nationalstaaten zugeordnet. Dies führte zu Spannungen die sowohl im 2. Weltkrieg eine Rolle spielten, und auch bis heute noch bestehen.
Der letzte Befehlshaber der k.u.k. Armee gab die Befehlsgewalt am 04.11.1918 an H. v. Kövess weiter. Am 11.11. zog er sich aus der Regierung zurück. Am 12.11.1918 wurde die "Republik Deutsch-Österreich" proklamiert. Auf österreichischer Seite gab es über 1 Million Soldaten die tot oder vermisst waren. Insgesamt waren 65 Millionen Soldaten von allen Beteiligten im Einsatz. Es gab 8,5 Millionen Gefallene und 21 Millionen verwundete. Ab 1919 wurden Friedensverhandlungen innerhalb der Siegermächte, auch unter Teilnahme von späteren Nachfolgestatten der k.u.k Monarchie geführt – jedoch ohne die dass Österreich und Deutschland daran teilnehmen durften. Die Friedensbeschlüsse der Siegermächte wurden von den Österreichern in St. Germain, von den Deutschen in Versailles unterschrieben.
Zitate von Zeitgenossen über die unerwartete Kapitulation der Mittelmächte
„Der Sieg übertrifft die kühnsten Träume des Vielverbandes“
General Smuts
„Wir sind in diesen Sieg mit einem solchen Kopfsturz hineingepurzelt, daß es kein Wunder ist, wenn wir diesem unverhofften Glück gegenüber ganz taumelig sind.“
Aristide Briand