44. Infanteriedivision - Hoch- und Deutschmeister

Allgemeines

Bäckereikompanie 44

Kennzeichen der Bäckereikompanie waren die 5 zweiachsigen Feldbacköfen vom Typ 106, die von den schweren 4,5t LKW gezogen wurden, begleitet von zwei Wassertankwagen. Die Schornsteine der Feldbacköfen konnte man für den Transport umlegen. Fünf Feldbacköfen hatte eine Tageskapazität von 12000 Broten.

Technisch handelte es sich um eine kluge Konstruktion, denn bereits mit einer kleinen Holzfeuerstelle am Ende des Ofens erreichte man durch gezielte Rauchgasführung und evakuuierten Röhren eine genaue Temperaturführung im Bereich von 220-260°C.

Zur Bäckereikompanie gehörten neben den Backöfen auch Teigverarbeitungsmaschinene (Knetmaschinen, Portionierer, etc. wie auch heute noch in Bäckereien verwendet).

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Bild von Helmut Dinter sein Vater - Josef Dinter war Soldat im IR 134

Wasser war neben Mehl und Salz ein wesentlicher Faktor, der in großen Mengen für die Brotherstellung gebraucht wurde. Auf dem Westfeldzug bediente man sich bei großen Wasseraufbereitungsanlagen, im Ostfeldzug nutzte man die fließenden Gewässer. Hier wie dort durfte nur Wasser verwendet werden, das die Ärzte, bzw. Veterinärmediziener überprüft hatten.

Normalerweise wurde das 1,5 kg schwere Graubrot (Kommissbrot). Neben Brot wurden zu besonderen Anlässen auch Kuchen, Semmel oder Weihnachtsstollen hergestellt.

Falls kein Mehl verfügbar war – bestand die Möglichkeit Korn in einer eigenen Elektromühle zu vermahlen. Wo es möglich war griff man jedoch auf im Land befindliche Anlagen zurück.

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Bericht vom 16.4.1944 aus der Divisionszeitung "Der Reichsgrenadier"

Wenn unsere Bäckereikompanie in diesen Tagen allen Kameraden allgemeine Aufmerksamkeit für die mit dem Tagesstempel vom 20.4. versehenen Brote empfiehlt, so hat das seinen besonderen Grund. Es ist nämlich ein Jubiläumstag der Kompanie; an ihm wird das 10.000.000. Brot gebacken. Äußerlich wird es sich zwar von seinesgleichen nicht unterscheiden, aber unter der Kruste, im würzigen Innern, wird der Empfänger eine Überraschung vorfinden. In dieses Jubiläumsbrot und ebenso in das 9.999.999. und in das 10.000.001. werden Anweisungen ein gebacken, die dem Besitzer die Anwartschaft auf eine zweifellos willkommene Sondergabe sichern. Also wie gesagt, aufgepasst!

Mit der Herstellung des 10.000.000. Brotes kann unsere Bäckereikompanie auf eine stolze Leistung zurückblicken. Ist schon allein die Zahl von zehn Millionen Broten imponierend, so steigt die Hochachtung vor der in ihr enthaltenen Arbeit noch weit mehr, wenn man sich in kurzer Rückschau daran erinnert, wo überall und unter welch wechselvollen und schwierigen Umständen diese Arbeit bewältigt wurde, beispielsweise nur notdürftig geschützt in Partisanengebieten.
Seit dem Ausmarsch aus Wien im August 1939 haben diese Männer die kämpfende Truppe begleitet. Mit einem Backergebnis von 429.908 Broten kehrte die Kompanie im November 1939 aus Polen zurück. Nach einer winterlichen Pause wurde sie im folgenden Frühjahr zu neuem Einsatz in den Westen befohlen. Im Frankreich-Feldzug und im Küstenschutz am Atlantik wurden 1.762.091 Brote gebacken.

Neue und oft fast unlösbar scheinende Aufgaben brachte dann der im Sommer 1941 einsetzende Kampf in den Weiten des russischen Raumes. Das unwegsame Gelände, der häufige Wechsel der Backplätze, die Beschaffung von Holz und Wasser, die grimmige Kälte des Winters 1941/ 42, die Schlammperiode, der Staub der sommerlichen Steppe und schließlich, nach der Einkesselung von Stalingrad, der Rückzug stellten die Angehörigen der Kompanie vor ständig wechselnde Schwierigkeiten und erforderten von jedem unermüdlichen Einsatz.

Fast zwei Jahre war die Kompanie in Russland gewesen und hatte dort die Kameraden der Div. mit insgesamt 5.256.552 Broten versorgt, als sie im Frühjahr 1943 nach Belgien kam, um hier bei der Neuaufstellung der Div. ergänzt und mit neuem Gerät ausgestattet zu werden. Ende Juli wurde sie nach Italien verlegt und kam über Kaltern, Vigasio, Udine und Görz in den Süden. Hier wird nun am 20.4. das 10.000.000. Brot - seit der Neuaufstellung am 11.3.1943 das 2.551.449. - gebacken.

Lesen Sie mehr über dieses Regiment im Kriegstagebuch der 44. Infanteriedivision

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