92. Infanteriedivision

Allgemeines

92. Infanteriedivision

Aufstellung

Die 92. Infanteriedivision wurde aus bestehenden Einheiten der Wehrmacht bzw. aus Feldersatzbataillonen am 15. Jänner 1944 durch den Wehrkreis XVII in Nikolsburg als 25. Welle aufgestellt. Welche Einheiten eingesetzt wurden ist mir nicht genau bekannt. Gesichert ist dass die Inf. Reiterzüge 44 - der 44. Infanteriedivision, welche in Brünn stationiert waren zu einer Marscheinheit nach Znaim beordert wurden. Vvon dort ging es auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr bei Nürnberg. Hier wurde das verstärkte Grenadierregiment 1026/1059 aufgestellt und nach Übung mit scharfer Munition ging der Transport nach Italien zur 92. Infanteriedivision .

Haben Sie Informationen zu Soldaten der 92. Infanteriedivision, kennen Sie noch lebende Veteranen die Ihre Geschichte erzählen möchten, oder wissen Sie etwas über Unterlagen zur 92. Infanteriedivision haben - dann kontaktieren Sie mich bitte.

Kommandeure & Gliederung

Generalleutnant Werner Göritz (10 Feb 1944 - 9 June 1944) - Divisionskommandeur

Gliederung:

Grenadier-Regiment 1059
Oberst Freiherr de la Salle von Louisenthal (? Jan 1944 - 10 Feb 1944)
laut anderen Quellen II.44 –V.44)
ab V/44 – Oberst Wetzel Heins – V/44- ?
Obstlt. Koeber Walter (geb. 1912) IX44/V45 E.A. III
Adjudant Oblt. Zingelmann ? – II.44/ ?
Grenadier-Regiment 1060
Kdr. Obst Knoblauch, Gerhard – II.44/?
Adj. Purucker Albert – II.44/?
1. Aufstellung:
Diese Einheit entstand am 12.2.1944 in Znaim (I. Nikolsburg, II. Horn), WK XVII, durch Umbenennung des
verstärktes Grenadier-Regiments 1026 der 1. Welle des Ersatzheeres. Im Juni 1944 ergän zte man ein IV.
Bataillon aus dem Ost-Bataillon 560. Am 20.6.1944 wurde die stark dezimierte Einheit von der 362.
Infanterie-Division absorbiert.
2. Gliederung:
Februar 1944 I. 1-4, II. 5-8, III. 9-12, 13, 14
Juni 1944 I. 1-4, II. 5-8, 13, 14 und IV. (Ost) 15-18
3. Unterstellung:
92. Infanterie-Division: Italien 362. Infanterie-Division (seit 20.6.1944): Italien
4. Ersatz:
I./482 Mistelbach, WK XVII; 18.8.1944 E 468 Füssen, WK VII

Grenadierregiment 1060
Feldpostnummer
12226 C
7.3.1944 10. Kompanie Grenadier-Regiment 1060,
29.8.1944 gestrichen.


Artillerie-Regiment 192
Pionier-Bataillon 192
Feldersatz-Bataillon 192
Panzerjäger-Abteilung 192 (92)

Kdr. Hptm. Kaiser, Hans – IV44/?
Adj. Lt. OTTO Hans - IV.44/?
Divisions-Füsilier-Bataillon 192 (od. 92)
keine Akten vorhanden
Divisions-Nachrichten-Abteilung 192
Divisions-Versorgungs-Regiment 192

Kampfeinsatz ab Mai 1944 in Italien, in den Albaner Bergen in Kampfgruppen aufgeteilt. Abwehrkämpfe südostwärts Lanuvio (Livorno) auf der Cenaro Höhe im Raum Velletri und nördl Colonna. Verlustreiche Kämpfe am Mte. Cavo und in der Arno – Stellung. Am 20. Juni wurde die Division aufgelöst und in die 362. Infanteriedivision eingegliedert.
Das Regiment wurde im Juni 1944 der 362. Infanterie-Division zugeführt.
Nach den Erzählungen eines mir bekannten Veteranen war die Versorgungslage der Wehrmacht mit Waffen und Munition sehr schlecht, die Amerikaner hatten deutliche Vorteile da sie in der Übermacht waren, und über eine ausreichende Logistik verfügten. Die Einheit bestand aus meist jungen Soldaten, die oft frisch rekrutiert worden waren, und aus erfahrenen Einheitsführern, meist im Rang eines Feldwebels oder Oberfeldwebels, die die Soldaten im Kampf führten. Der Einsatz in Kampfgruppen führte dazu dass einzelne Soldaten nach Kampfhandlungen oft versprengt waren. Dieser Veteran wurde selbst am Fuß verwundet, und musste sich zwei Tage lang allein durchschlagen,

Kriegstagebuch

April 1944 – Viterbo

Aus dem Tagebuch der 362. Infanteriedivision:

Ende April/Anfang Mai 1944 begann der Feind seine mächtige Artillerie, der es an Munition (20—25fache Überlegenheit) nicht zu fehlen schien, einzuschießen. Das Feuer richtete sich auf Stützpunkte, Fermen und auf Cisterna im H.K.F.; ferner auf Gef.Stde., darunter den Div.Gef.Std. im Ort Velletri. Dieses planmäßige Einschießen kündete bevorstehenden Angriff an. Ihn erwartet die Division (s. Skizze 6 „Ausbruch aus dem NettunoLandekopf 23.—27. 5. 1944“) in ihrer dünn besetzten, breiten Verteidigungsstellung, vertrauend auch auf die starken EingreifReserven der 14. Armee (26. Pz.Div., 29. Pz.Gren.Div. usw.). Die verfügbaren drei Gren.Rgtr. (956, 1059 und 1060), leider nur zu je zwei Btln., mit Kp.-Stärken, wie schon erwähnt, von etwa 35 Mann, waren, wie folgt, eingesetzt:

Vorne rechts: im Anschluß an die in schmalem Verteidigungsabschnitt stehende 3. Pz.Gren.Div., das Gren.Rgt. 956 unter Oberst Witte, ab 22. 5. unter Mjr. Brill; in der Mitte: Gren.Rgt. 954 unter Oberst Hauch, vorne links hei Cisterna, im Anschluß an die bis zur Meeresküste eingesetzte 715. (t.mot) Div., das Gren.Rgt. 955 unter dem österreichischen Obstlt. Annacker. Dieses letztere Rgt. hatte schwerpunktmäßig den schmalsten Verteidigungs-Abschnitt zugewiesen erhalten. Es verfügte zudem über ein Gren.Btl. (1./955) als Rgts.Reserve. Die DivArtillerie, das Art.Rgt. 362 unter Oberst d. R. Gosewisch (Rgts.Adj. Hptm. Peter) hatte viele vorgeschobene Beobachter eingesetzt, um die „Inf.Stützpunkte“, die Namen wie „Rübezahl, Brunn, Eckzahn, Kreisel 1, Prellbock, Bombe usw.“ trugen, gut unterstützen zu können.

Leider war auch die Panzerabwehr für die große Breite der 362. I.D. völlig unzureichend. Die PzAbw.Abt. 362 (damals erst eine Kp.) war auf die infanteristischen Stützpunkte verteilt. Ende April erhielt die Div. einen Tiger-Panzer, der am Stadtrand von Cisterna beweglich gehalten wurde. Aber was bedeutete das gegenüber den feindlichen Panzerrudeln, die am 23. 5. 1944 unter Nebelschutz über die Stützpunkte herfielen! Einen gewissen Ausgleich hatte die Div. mit reichlicher Anlage von Mitten- feldern vorgenommen. Diese sollten dem Feinde auch spürbare Panzerverluste bringen. Aber ersetzen konnten sie die fehlende Panzerabwehr nicht.

Die Lage der 362. I.D kann nur im Rahmen der großen operativen Lage ganz begriffen werden. Es war klar, daß der Feind seine entscheidungsuchende Offensive gegen den Südhügel der 10. Armee bei und südlich Mte. Cassino mit eiuem Ausbruch aus dem Landekopf kombinieren würde. Die grundsätzliche Absieht des Feindes war unschwer zu erraten. Die 10. Armee sollte vernichtet, Rom erobert und der so geschlagene Gegner nach Norden verfolgt werden. Für die deutsche Truppe im Landekopf war die Frage, wann und mit welcher Schwerpunkt-Richtung das VI. am. Korps aus dem Landekopf heraus anzugreifen beabsichtigte. Würde der Feind über Cisterna auf Volmontone vorstoßen, um die Lebensader der 10. Armee, die Via Casilina zu durchschneiden? Diese Lösung lag, wie aus alliierten Darlegungen ersichtlich ist, im Sinne keines Geringeren als des englischen Premier-Ministers Churchill. Er wollte der 10. Armee ein „Stalingrad“ bereiten, möglichst hohe Gefangenenzahlen erreichen — Rom aber, das hohe politische Ziel, als reife Frucht pflücken. Freilich war dies der deutschen Führung damals unbekannt. Sie mußte noch eine andere Möglichkeit des Feindes erwägen. Würde der feindliche Angriff aus dem Landekopf vielleicht von Anfang an direkt auf das politische Ziel Rom zusteuern? War dem so, dann mußte der Schwerpunkt des feindlichen Angriffes aus dem Raume von Aprilia und ein Vorstoß auf dem kürzesten Wege westlich an den Albaner Bergen vorbei auf Rom erwartet werden. Die deutsche Führung, auf nur unzureichende Aufklärungsergebnisse gestützt und vor allem von der deutschen Abwehr Aufklärung völlig im Stiche gelassen, tappte im Unklaren.

Die Gliederung der 14. Armee trug der zuletzt genannten Lagebeurteilung Rechnung: Im Raume Aprilia standen in verhältnismäßig schmalen Verteidigungsabsdinitten von jeweils 4 bis 5 km Breite drei starke Divisionen, nämlich die 4. Fallsdi.Jg.Div., die 65. LD. und die 3. Pz.Gren.Div. Demgegenüber standen die 362. ID. wie erwähnt, und die 715. (t.mot) I.D. in überdehnten Abschnitten, ganz abgesehen von der bereits geschilderten unzureichenden Ausstattung mit Pz.-Abwehr usw. Für die 715. (t.mot )ID.. kam noch deren unglückliche Lage mit dem Rücken gegen die Südfront dazu. Es leuchtet ein, daß diese Gliederung der 14. Armee und in Sonderheft der 362. und 715. (t..mot.) ID. nur zu Recht bestand, wenn für den Fall eines feindlichen Schwerpunktangriffes über Cisterna nach Norden mehrere Divisionen, vor allem Pz.Div., als Groß-Reserven zur Verfügung standen. Hierzu waren ursprünglich als Heeresgruppen- bzw. Armee- Reserven, gleichsam als „Eingreif-Divisionen“, bereitgestellt die 26. PzDiv, die 29. Pz.Gren.Div. und die 90. Pz.Gren.Div. Schließlich konnte ggf. noch auf die Pz.Div. H.Gb. zurückgegriffen werden. Diese starken Reserven konnten einen feindlichen Durchbruchversuch bei Cisterna vereiteln, in einer offenen Feldschlacht vielleicht noch Entscheidenderes erkämpfen.

Leider wurden diese Groß-Reserven vom Landekopf weggezogen und in die tobende Schlacht an der Südfront (Gustav-Stellung), also bei der 10. Armee, eingesetzt. Dort konnten sie das Unheil nicht aufhalten; am Landekopf aber fehlten sie. In deutscher wie in alliierter Darstellung wird das Wegziehen der angeführten Divisionen vom Landekopf als fundamentaler Fehler bezeichnet. Sicherlich war O.B. Südwest ungenügend über die Stärken der Feindtruppen unterrichtet. Wieweit der Chef der Deutschen Abwehr in diesem Zeitpunkt mit seiner Nachrichten- übermittlung wiederum versagt hat, wie zur Zeit der Anlandung des Feindes bei Nettuno erwiesen ist, mag dahingestellt bleiben. Eines unguten Gefühles kann sich der Verfasser nicht erwehren, daß auch diesmal fehlende oder gar falsche Nachrichten zum Einsatz der besagten Groß-Reserven an der Südfront unter Entblößung des Landekopfes verführten. Dies bedürfte der geschichtlichen Aufklärung. Nach den heute vorliegenden Unterlagen standen dem Feinde im Landekopf zu Beginn seiner Ausbruchsoffensive nicht fünf sondern sieben Divisionen und eine Brigade (s. Anhang, Anl. 2), zusammen mit zahlreichen Hilfstruppen zur Verfügung (s. Anzio Beachhead, Ristorical Division, Departement of the Army, 5. 117).

Von diesen Divisionen sollten zunächst die 3. am., 34. am. und 1 am. Pz.Div. sowie Teile der 45. am. Div. und 1. SS.F., von Hilfstruppen und der Luftwaffe unterstützt, den Angriff aus dem Landekopf vortragen. Interessant ist, aus Stimmen der Alliierten zu erfahren, daß der Gegner sogar die Verschiffung der 85. und 88. ID. des II. am. Korps eingeplant hatte. Dies geschah in der Tat nicht, weil es der feindlichen Armeeführung nicht mehr notwendig erschien. Es zeigte aber auf, welch hohes Gewicht der Gegner bei seiner zweigeteilten Offensive dem Angriff aus dem Landekopf heraus beimaß.

Zusammenfassend betrachtet ergibt sich für die Lage der 362. ID., daß sie im Falle eines feindlichen Schwerpunktangriffes ihren allzu breiten Stellungs-Abschnitt zu halten ohne Eingreifen der schon genannten Heeres- bzw. Armee-Reserve-Divisionen keinesfalls in der Lage sein konnte.

Mai 1944

Anfang Mai 1944 erreichte den Div.Kdr. der 362. I.D. die telegraphische Nachricht, daß sein zweiter Sohn (der älteste war im Januar 1944 als Luftwaffen-Fähnrich tödlich abgestürzt) schwer verwundet, hirnverletzt und wahrscheinlich erblindet im Kriegslazarett St. VithlBelgien läge. Vor der Abreise nach St. Vith erhielt der Div.Kdr. von einem Befehl Kenntnis, wonach die erwähnte, besonders gut ausgebildete Feldersatz-Truppe an eine Nachbar-Division abgegeben werden müßte. Proteste dagegen waren erfolglos. Der Verfasser erinnert sich, daß zum Trost darauf hingewiesen wurde, der Schwerpunkt des feindlichen Ausbruches aus dem Landekopf werde über Aprilia—Albano, also vor allem gegen die 65. I.D. erwartet. Die Sorge aber, der Feind könnte die Angriffs-Richtung über Cisterna, also gegen die 362. LD., wählen, ließ den abreisenden Div.Kdr. nicht los.

Feldpostnummern:

Fpn.58381A vom 24.1.1944 -12.3.1944 Grenadier Regiment 1026 Stab II
Fpn.58381A ab 13.3.1944 - Kriegsende Grenadier Regiment 1059 Stab II Grenadier-Regiment 1026
Rundstempel 1.9.1939-1.1.1940 1. Kompanie Pionier-Bataillon 182. 25.1.1943-31.7.1943 nicht verwendet, wurde Fp.Nr. 59689 B, 7.3.1944 Stab II und 5.-8. Kompanie Grenadier-Regiment 1060.

Erhalten gebliebene Feldpostbriefe gibt es hier

Feldpostbrief vom 7.4.44 (laut Inhalt, genauer Tag auf dem Stempel nicht erkennbar), FpNr: 12226E, Einheit: 12. Kompanie Grenadier-Regiment 1060 (92. Infanteriedivision), kleines Brandloch auf der Vorderseite

Landkarten

Einsätze der 92. Infanteriedivision im Jahre 1944

April 1944 - Viterbo, Mai 1944 Grosetto, danach Kämpfe entlang der Küste in Ortobello, Civitaveccia, Ladisploi und in der Nähe von Rom in den Albaner Bergen. Danach ungeordneter Rückzug in kleinen Kampfgruppen nach Viterbo. Die Stadt Rom wurde durch diese Einheit nicht betreten.

 

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