Vor kurzem bekam ich Soldbuch, Erkennungsmarke und eine Reihe von Notizen und Artikeln eines Soldaten der in der 44. Infanteriedivision Dienst tat.
Interessant fand ich den Artikel aus der Arbeiterzeitung vom 15. Juli 1948, in dem ein ehemaliger Pionier aus Klosterneuburg (was liegt näher als das Pionierbataillon 80) seine Situation schildert.
Er hatte Tischler gelernt, war arbeitslos, wie so viele in der Zwischenkriegszeit, und fand im Alter von 22 Jahren Aufnahme ins österreichische Bundesheer im Jahre 1935 wo er zur Pionierabteilung in Klosterneuburg einrückte. Die 50 Groschen Sold sicherten das nackte Überleben – es war nicht die Begeisterung für das Militär, die den Berichterstatter zum Werdegang des Berufssoldaten veranlasste. Bis zum März 1938 hatte es unser Pionier zum Zugsführer gebracht, und verdiente nun sechzig Schillinge. Er verpflichtete sich in der Wehrmacht zum 12-jährigen Dienst, um danach eine Staatsanstellung zu bekommen. 1940 gründete er eine Familie, hatte bald zwei kleine Kinder, die zu versorgen waren. 1945 wurde der Pionier in Italien gefangen, und im November 1945 konnte er in die Heimat zurückkehren.
Später fand er eine Stelle im Staatsdienst bei der österreichischen Bundesbahn im Streckendienst, wurde aber bald ersetzt durch Bahnbeamte aus den Kanzleien, bzw. durch sogenannte Junghelfer, die im Alter von 16 Jahren in den Staatsdienst der Reichsbahn eingetreten waren, danach zur Wehrmacht eingezogen wurden, und nun wieder im Dienst der österreichischen Bundesbahn standen. Der Pionier der Wehrmacht empfand es als Ungerecht nun durch die jüngeren, bzw. Kanzleikräfte ersetzt zu werden. Immerhin hatte er drei Jahre im österreichischen Bundesheer, und 11 Jahre in der Deutschen Wehrmacht als Staatsdienstzeit aufzuweisen.
Zitat:
„Soll das (die lange Dienstzeit) nichts gelten ? Die Zahl der ehemals aktiv dienenden Soldaten ist nicht gering, ich finde, dass es dafürstünde sich auch enimal dieser Menschen anzunehmen und für sie etwas zu tung, das auch vom sozialen Standpunkt aus gutgheißen werden muß …“
Ein ähnliches Schicksal lässt sich aus den Aufzeichnungen unseres Sanitäters entnehmen.
San OFw. Mila wurde mit dem KVK II. Klasse ausgezeichnet.
Er diente unter anderem in den Einheiten:
Er schrieb nach Kriegsende eine Reihe von Gesuchen um Arbeit zu finden – hier die Abschrift seiner handschriftlichen Aufzeichnungen
So wie es aussieht hatte er nur wenig Erfolg eine stabile Arbeitsstätte zu finden.
Meinem Großvater erging es übrigens ähnlich, er hatte Glück, bei seinem Schwiegervater in der Spenglerei mithelfen zu können.
[1] Die 44. Infanterie- Division 1938-1945. Reichs-Grenadier-Division Hoch und
Deutschmeister
[2] Die Wehrmacht von Guido Knopp
[3] Filmtipp: Die Geschichte der deutschen Wehrmacht (2 DVDs)
[4] Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich
Lesen Sie mehr über die 44. Infanteriedivision im Kriegstagebuch der 44. Infanteriedivision
Übersicht aller Soldaten der 44. ID mit hohen Auszeichnungen
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